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Rainer Hawelka


In im Film-Fernseh-Theater-Eventbereich

Set-Design – auch Ausstattung oder Filmarchitektur oder Szenenbild genannt – ist eine hohe Kunst. Sie erfordert höchste gestalterische Qualitäten und tiefes Basiswissen um Geschichte, Kunst und Architektur. Zudem ist handwerkliches Geschick eine wichtige Qualität.


Es ist ähnlich wie mit anderen künstlerischen Berufen,- sie sind nicht geschützt, jeder kann sich Ausstatter nennen und die tatsächliche Qualität der Arbeit fällt auf diese Weise sehr unterschiedlich aus. Diejenigen aber, die
ihr Handwerk beherrschen, tragen entscheidend zum Gelingen eines Filmes bei.

Sie bewegen sich sicher in der Kulturgeschichte, Architektur, Farblehre und Stilkunde. Sie beherrschen unter anderem die Kunst, Dinge künstlich altern zu lassen, um Räume und ihr Interieur realistisch bewohnt aussehen zu lassen, ihnen die nötige Patina zu verleihen.

Sie sind in der Lage, dem Budget angemessen, den gewünschten Look eines Filmes mitzugestalten und zu unterstützen.

Während der Vorbereitungszeit analysiert der Ausstatter das Drehbuch nach szenenbildnerischen Gesichtspunkten und erstellt seine Drehbuchauszüge:

Schauplätze, Spielrequisiten, Spezialeffekte etc. In mehreren Vorgesprächen mit dem Regisseur erarbeitet er sich die dramaturgische und stilistische Konzeption des Filmes, versucht hinter die Charaktere der Figuren zu kommen und vertieft sein Wissen über das Thema mit Quellenstudien und Recherchen. Mit der Produktion bespricht er das Budget, den Terminplan und die Anforderungen an die Drehorte. Um Ideen und Vorschläge von anderen Mitarbeitern verständlich zu machen, fertigt er Entwürfe, Modelle, Skizzen und Grundrisse an, die er der Regie, der Kamera und ev. der Produktion präsentiert und mit ihnen bespricht. Wenn nötig, fertigt er Werkstattzeichnungen für zu bauende Dekors an.

Während der Dreharbeiten ist der Ausstatter parallel zur Tagesdisposition für Vorbauten, Umbauten und Rückbauten verantwortlich.

Er nimmt situationsbedingte Änderungen und Korrekturen vor, ist dafür verantwortlich, dass sämtliche Dekorbauten, Requisiten und Spezialeffekte termingerecht zur Verfügung stehen und achtet auf die Einhaltung der Fristen für An- und Rücklieferungen. Am Ende der Dreharbeiten ist der Ausstatter dafür verantwortlich, dass die Drehorte in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Er leitet die terminliche Auflösung seines Mitarbeiterteams. Zu Händen der Produktion macht er eine Endabrechnung.

 
Der Ausstatter braucht schöpferische Phantasie, dramaturgisches Denken, Farbensinn und Raumgefühl, aber auch umfassendes Wissen auf dem Gebiet der Kunst- und Kulturgeschichte sowie der Stil- und Milieukunde. Er braucht sowohl handwerkliche Fachkenntnisse (Materialkunde und technisches Zeichnen) als auch kaufmännische Fähigkeiten (Organisationsplanung, Budget-Erstellung). Er muss fähig sein, ein Mitarbeiterteam zu führen und zu motivieren.